Die Wirkung der Atmung im Vinyasa Yoga

Die Wirkung der Atmung im Vinyasa Yoga
Wie bei allen Yogastilen spielt die Atmung eine ganz zentrale Rolle. Dennoch möchte ich an dieser Stelle erläutern, welche Wirkung diese, in Anlehnung an die Ujjayi Atmung aus dem Ashtanga oder Vinyasa Yoga, hat.
Die Atmung im Yoga setzt sich grundsätzlich aus der Ein- und Ausatmung im Verhältnis von 1:2 zusammen (Telles et al., 2017, S.1). 
Hinzu kommt, dass das Bewusstsein verstärkt auf die Atmung
gerichtet wird (ebd.). Auch bei der Ujjayi Atmung verlängert sich die Ausatemphase und die Bewegungen während der Asanapraxis, werden 
intensiv mit der Atmung im Vinyasa Yoga synchronisiert. 
Die Aufrechterhaltung des Bewegungsflusses in Kombination mit der Atmung z.B. im Vinyasa Yoga über längere Zeit erfordert eine Nasenatmung (Kollak, 2008, S.27). Diese Atmung verleiht das notwendige Vermögen, um in die Übungen zu gehen,
dabei die Muskeln zu dehnen und die Positionen zu halten (ebd.).
Durch die dauerhafte und gleichmäßige Nasenatmung wird die Sauerstoffversorgung verbessert, der Kreislauf gestärkt und der Druck im Bauchraum  beeinflusst (ebd.). Zugleich wird die Atemfrequenz gesenkt
(Pohl, 2012, S. 58). Durch die Atmung wird nicht nur das vegetative
Nervensystem beeinflusst, sondern gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper gerichtet und das Bewusstsein geschult (Pohl, 2012, S. 58).
Zusätzlich kann die motorische Kontrolle bzw. Fähigkeit gesteigert werden, wenn die Atmung gezielt mit der Bewegung in Verbindung gebracht wird.
(Telles et al., 2017, S.1).
In Phasen der Ausatmung wird eine intensive skelettmotorische Entspannung ermöglicht (Schwalbach, 2016, S.26). 
Damit stehen Anspannung und Entspannung im Wechsel und einer
dauerhaften Anspannung zum Beispiel bei Distress wird entgegengewirkt (ebd.). Ein anderer Grund, wieso die Ausatmung so wichtig ist, ist, dass wir mehr
Lungenkapazität haben, als wir tatsächlich nutzen (Nestor, 2021, S. 243).
Erst wenn wir vollständig ausatmen, das Zwerchfell nach oben aufsteigt und 
die verbrauchte Luft vollständig ausgeatmet wird, können wir unsere
Lungenkapazität steigern (ebd.) Einer der Schritte, dieses zu schulen, ist, die Ausatemphase zu verlängern und zu vervollständigen vor einer erneuten Einatmung (ebd.).
Die Atmung und die Stimmung eines Menschen stehen in unmittelbarer Verbindung zueinander (Pohl, 2013, S.46). Bei Stress zum Beispiel 
steigt die Herzfrequenz und der Puls, der Blutdruck
erhöht sich, der Muskeltonus steigt, die Verdauung wird verlangsamt, Stresshormone werden freigesetzt, die Tätigkeit des Immunsystems sinkt
und der Säurespiegel im Gewebe erhöht sich
(ebd.). Vertieft sich die Atmung, kehren sich diese Parameter um und eine Entspannung im Organismus entsteht (ebd.).
Literatur:
Nestor J. (2021). Breath Atem. Neues Wissen über die vergessene Kunst des Atems. Piper Verlag.
Telles S., Gupta R. K., Balkrishna A. (2017). Yoga and Physiotherapie: Therapies Which
Complement Each Other. In: Journal of Yoga and Physiotherapy. Vol. 1, Issue 3- Mai 2017. S. 1-2.
Kollak I. (2008). Burnout und Stress. Anerkannte Verfahren zur Selbstpflege in
Gesundheitsfachberufen. Springer Medizin Verlag Heidelberg.
Pohl M. (2012). Yoga gegen Burnout. Burnout vermeiden, Hilfestellung aus der Therapie. In:
pt_Zeitschrift für Physiotherapeuten.
Pohl M. A., (2013). Die Kraft des Atems-Wenn aus der Atemtherapie eine Meditation wird.
Hintergründe und Übungsbeispiele. In: pt_Zeitschrift für Physiotherapeuten.
Schwalbach M. (2016). Gute Führung durch Yoga und Meditation. Mit der uralten Weisheitslehre
Yoga zu mehr Führungsqualität. Springer-Verlag Berlin Heidelberg.

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