Die Wirkung von Meditation auf neuronale Prozesse

Die Wirkung von Meditation auf neuronale Prozesse, wissenschaftlich erklärt
Laut Singer (2015, S. 31) dauert die Entwicklungsphase des menschlichen Gehirns bis ungefähr zum 20. Lebensjahr.
In der ersten Phase werden sensorische als auch motorische Funktionen
optimiert, danach findet der Entwicklungsprozess überwiegend in
Strukturen statt, in denen soziale Fähigkeiten geführt werden (ebd.). Nach dieser Entwicklungsphase sind die Verschaltungen im Gehirn nur noch gering
veränderbar (ebd.).
Gering bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Funktionsabläufe im Gehirn nur noch durch Veränderung der Effizienz vorhandener Verbindungen möglich sind,  wie zum Beispiel bei Lernprozessen (ebd.). Nach der Geburt und auch im
Erwachsenenalter können in bestimmten Regionen neue Nervenzellen, welche sich in  vorhandene Schaltkreise einfügen, entstehen, jedoch können keine neuen Langstreckenverbindungen mehr geknüpft werden (ebd.)
Diese Neubildung von Nervenzellen, bezieht sich vor allem auf Strukturen 
der Großhirnrinde, welche auf höhere kognitive Fähigkeiten beruht (ebd.).
Dennoch ist das ausgereifte Gehirn programmierbar, damit der Mensch lernfähig bleibt (ebd.). Die Veränderung von Funktionsabläufen und der  Fluss 
neuronaler Aktivität erfolgt über eine Zunahme oder Abnahme von synaptischen Verbindungen (ebd.). 
Die Aktivität von sendenden zu empfangenden Neuronen ist einem ganz bestimmten zeitlichen Gefüge zuzuschreiben, wodurch verhindert wird, dass 
Signale ungeordnet zu allen Sendern, welche mit ihnen in Verbindung stehen, 
gesandt werden und so ihr Ziel erreichen (Singer, Ricard, 2015, S. 32 f.). 
Hierbei wird der Sender und Empfänger auf dieselbe Oszillationsfrequenz eingestellt (ebd.)
Dadurch, dass im Gehirn Milliarden von Sendern gleichzeitig aktiv sind und ihre Informationen zu bestimmten Strukturen gelangen müssen, müssen ihre Routen schnell und nach Bedarf geändert werden (ebd.). Dieser Ablauf lässt zu, dass neue funktionelle Netzwerke von einer Sekunde auf die nächste stattfinden
können (ebd.). Der beschriebenen Wechsel zwischen Programmen erfolgt auf 
schnelleren  Zeitscalen als die langsamen Änderungen neuronaler Verbindungen (ebd.). Singer (2015, S. 33 f.) geht davon aus, dass dieses Vorgehen bei der Meditation zum Tragen kommt und dass die
aufmerksamkeitsabhängige Auswahl zu bearbeitender Informationen auf diesem
Prinzip beruht. Für Meditierende bedeutet das, dass sie ihre kognitiven
Kontrollmechanismen einsetzen, um unterschiedliche Gefühlszustände in den Mittelpunkt zu rücken und diese klar zu differenzieren (ebd.). Auch bedeutet es, dass Kontrollsysteme, welche im Frontalhirn ablaufen, beim Meditieren so trainiert werden können, dass die Aktivität der Teilsysteme, welche für Gefühle
zuständig sind, entweder vergrößert oder verkleinert werden (ebd.). Mittlerweile
gibt es neurobiologische Hinweise, welche zeigen, dass sich das Gehirn 
bei der Meditation in tiefem Bewusstsein und Aufmerksamkeit befindet 
(Singer, Ricard, 2015, S. 52). Die Aufmerksamkeit wird während der Mediation auf gehirninterne Zustände gelenkt und versucht, diese so lange wie möglich klarzumachen (Singer, Ricard, 2015, S. 64)
Dadurch, dass die Aufmerksamkeit bei der Meditation auf dem inneren Zustand liegt, wird sich mit ihnen durch Kennenlernen vertraut gemacht, was wiederum 
dazu führt, diese nach Belieben aufsuchen zu können (ebd.). Singer (2015, S.
64) geht davon aus, dass sich durch Meditation neue mentale Verfassungen bilden können und gelernt werden kann, diese später bewusst und gewollt
hervorzurufen.
Literatur:
Singer W., Ricard M. (2015). Hirnforschung und Meditation. Ein Dialog. 8. Auflage. Suhrkamp
Verlag Frankfurt am Main 2008.

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